Von euphorischer Melancholie Belén Haefely

Von euphorischer Melancholie

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Entscheidungen - wie viel davon sind wir?

Uns allen ist klar dass wir tagtäglich beeinflusst werden; Werbungen, Gefühlen, und am stärksten, Freunde. Sicher, wir lieben sie, vor und unter anderem, weil sie nur das Beste für uns wollen. Doch genau das ist neben der grössten Stärke, auch die grösste Schwäche. Denn manchmal vergisst man durch all die Liebe und den von ihr getränkten Ratschlägen, auf sich selber zu hören. Man ist schon fast verunsichert, ja, vor den Kopf gestossen, wenn ein Moment vorliegt, in dem wir zu entscheiden haben, was wir wollen. Wann kommt der Tag, an dem wir verlernt haben, Entscheidungen für uns selbst zu treffen? Ist er bereits gekommen, und wir haben es nicht einmal bemerkt, weil wir zu beschäftigt damit waren, die Wünsche anderer an unser Leben zu erfüllen? Das Unglaublichste daran ist, dass wir dies nicht mal unter einem schlechten Gefühl tun; wir fühlen uns gut, stark, bestätigt wenn wir statt auf uns auf andere hören. Weil wir somit schlussendlich nicht gezwungen sind, den Moment des falschen Abbiegens in unserer Geschichte, unserem Denken zu suchen, sondern uns hinter der Tatsache des Befolgens der Räte anderer vor uns selbst verstecken können. Denn was wäre, wenn, oh Schreck, wir einmal einen Fehler machen würden? Einen der ganz und gar auf unseren Schultern lastet, und von dem wir behaupten können, dass wir ihn…bereuen?

Wann sind all die Schlüsselstellen gekommen? Wann haben wir alle die falsche Entscheidung von uns und für uns getroffen und danach beschlossen, es nie wieder zu tun? Irgendetwas macht uns Angst, so tiefe Angst, Fehler zu machen wenn wir auf uns hören. Irgendetwas nimmt uns das Selbstbewusstsein, nimmt uns die Entscheidungsfreude, mit der wir als Kinder noch so reich gesegnet waren. War es die Trauer, mit der wir bereut haben? Oder die Reue, über die wir trauerten?

Im Endeffekt liegt die entscheidende Frage darin, ob wir nun zufriedener oder nur fremder mit den Entscheidungen anderer werden. Wir müssen uns selbst fragen, ob wir fähig sind, unser Selbst zu bewahren, wenn wir fast glücklicher mit der Zufriedenheit unserer Freunde, unserer Verwandten oder einfach den uns nahe stehenden Menschen sind. Denn eines ist klar: Ein Leben ohne sie ist weder möglich, noch lebenswert

08.11.2014
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