Von euphorischer Melancholie Belén Haefely

Von euphorischer Melancholie

Blog von Belén HaefelyWohnt in Rothrist (Schweiz)myZitate-Profil: SerenaRSS-Feed abonnieren

Schreiben.

Das Erzählen von temporären Gedanken, tiefgehenden Gefühlen und hinterfragten Erkenntnissen. Oder kurz, Schreiben.

Wir beginnen unser Leben jeden Tag neu. Für mich ist die Tatsache, dass wir unser derzeitiges Dasein als Selbstverständlichkeit betrachten, eines der faszinierendsten Dinge auf dieser Welt. In einer Zeit wie der heutigen ist jeder Moment, den wir einer gewissen Sache widmen in sich vollkommen, weil wir uns zwischen all den anderen Möglichkeiten für diese entschieden haben. Ich wandle auf einem schmalen Grad zwischen dem Glauben an die Menschlichkeit und dem Bewusstsein, dass ein Grossteil der Menschen sein Wohlbefinden unterbewusst vor diese stellt. Zwischen dem Licht, dass man sehen kann und den Schatten, die damit verbunden sind. Auf der schmalen Linie der Illusion Zeit.

So oder so, ich glaube das, was schreiben für mich so besonders macht, ist die Chance, eine Aussage genau so der Öffentlichkeit preiszugeben, wie sie sich in mir anfühlt. Wir alle haben diese eine Sache, mit der zu zeigen wir uns ganz und gar definieren. Wenn ich schreibe, höre ich oft Musik von Filmen, ohne Worte erzählend. Ich kann mich ganz und gar verlieren, kann eine Szene beschreiben, die genau das, was in mir vorgeht erzählt, ohne Vorgeschichte, ohne klares Ende. Die schönsten Worte sind nicht die geschriebenen, sondern die ungeschriebenen, die durch vorige ausgelöst werden. Manchmal stehe ich nun auf der Bühne und spiele vor Publikum Theater, manchmal gehe ich in mich und singe, womit ich mich identifizieren kann oder manchmal trete schlicht und ergreifend mit meinem Laptop und Word bewaffnet eine Reise in den Ozean an, dessen Tiefgang ich gerne als Spiegel meiner Selbst betrachte; Wir kennen noch nicht annährend alle Geschöpfe oder Gebilde, die sich dort unten befinden. Manche Menschen sind auf der Suche nach diesen so tief getaucht, dass sie den Weg ganz nach oben nie wieder gefunden haben. Doch lieber lebe ich mit dem Risiko, mich in einer Welt voller ungeahnter Gedanken und Empfindungen zu verlieren, als nicht fähig zu sein, eine solche zu betreten. Ich danke hiermit jedem, der das hier gelesen hat, für die geschenkte Zeit und hoffe der eine oder andere konnte sich vielleicht sogar damit identifizieren. Einen Grund jemals mit dem Schreiben aufzuhören kann ich nicht finden; denn was könnte inspirierender sein, als das Leben selbst?

16.01.2014
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