Von euphorischer Melancholie Belén Haefely

Von euphorischer Melancholie

Blog von Belén HaefelyWohnt in Rothrist (Schweiz)myZitate-Profil: SerenaRSS-Feed abonnieren

Was hätte sein können und was gewesen wäre wenn.

Für mich besteht einer der grössten Schmerzen in dem Unausgesprochenen. In dem ewigen Hinterfragen, dem unruhigen und nimmersatt fressenden Gefühl, dass auf uns liegt, unsere Stimmung presst, unser Lachen verfälscht. Denn es ist eines der wenigen Dinge, die unmöglich zu entdecken waren und bleiben, die man nie vergessen kann und wird und deren Schmerz sowohl zu verlockend als auch zu stechend ist, als dass man ihn ignorieren könnte. Uns wird immer wieder vor Augen geführt, welch kleine Dinge die grösste Bedeutung haben können. Man wird nie erfahren wie gross das Ausmass einer Sekunde in gewissen Situationen gewesen wäre, wird niemals sehen, was zu sehen so nahe gewesen wäre. Also ist es ein ständiges Spielen mit dem Unerreichbaren, nach dem der Mensch so strebt, ein verzweifeltes Rufen in ein Loch, während man genau weiss, wie naiv das Warten auf eine Antwort ist. Eigentlich ist es fast eine unmenschliche Bürde zu erwarten, dass wir uns tagtäglich entscheiden müssen, welche Türen wir schliessen und welche wir öffnen wollen. Oft suche ich nach Bestätigung; einem stummen Nicken, einer Geste auch nur dem Hauch eines Augenaufschlags, der mir zu sagen vermag, dass die Tür die ich gewählt habe in eine Richtung führt, die zu ertragen ich fähig und die zu gehen ich bereit bin. Zu oft denken wir an das, was hätte sein können, und nicht an das, was gewesen wäre wenn, suchen den Schmerz über das Luftschloss, statt der Freude über den Luftkerker. Ich gebe zu, ich suche nach dem wortlosen Etwas, dessen Dasein mir das Gefühl gibt, auf dem richtigen Weg zu sein. Das Dasein, dass jeder Mensch offensichtlich so selbstverständlich bei sich trägt. Ich suche nach einer Weise, den Schmerz der Offenheit all dieser Fragen zu ignorieren, zu lindern, zu übertönen. Und ich glaube das einzige Gegengift ist, aus jedem noch so kleinen Detail den grösstmöglichen Nutzen zu ziehen, in jeder Situation zu wissen, dass hinter jedem Schatten ein Licht steht, das ihn entstehen lässt und sich mit ganzer Kraft darauf zu konzentrieren, dass die Dankbarkeit über die Schritte die man in gewählte Richtung geht stets grösser ist, als die Reue um die Imaginären.

03.02.2014
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