In Worte gefasste Gedanken Mareike Wichmann

In Worte gefasste Gedanken

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Das Kind.

Es ist unglaublich, was die Zeit mit deiner Person anstellen kann.

Der Kindergarten war aufregend, doch kaum jemand kann sich an diese Zeit erinnern. Die nachfolgende Einschulung war nur halb so schlimm, da sich alle schon kannten - man hat sich eben schon im Kindergarten kennen gelernt.
Gezanke war vorprogrammiert und trotzdem wurde wieder zusammen gespielt... Man hat seine "Kindergartenliebe" gefunden, wie alle immer so schön zu sagen pflegen und bei den meisten ging sie leider nach der Einschulung verloren. Doch mit der Einschulung begann ein noch viel größeres Abenteuer, nämlich die Schulzeit, mit allen positiven und negativen Erfahrungen.
Jedes Jahr hat man sich in den Sommerferien gedacht "Dieses Schuljahr hab ich geschafft; wie wird wohl das nächste Jahr?" und dann hat das neue Schuljahr begonnen, man hat "Arbeiten" bzw. "Tests" und nachher nur noch sogenannte "Klausuren" geschrieben, gespielt, viel gelernt und es erschien einem alles unendlich lang, bis man wieder in den nachfolgenden Sommerferien, mit einem doch ganz ordentlichen Zeugnis zu Hause saß und den Sommer mit Freunden genossen hat. In dieser Zeit war der große Bruder eben der GROßE BRUDER; eben jemand, mit dem man immer zusammen sein wollte, weil es einfach cool war, einen großen Bruder zu haben, der einem sogar coole Computerspiele gezeigt und mit einem Fußball gespielt hat.
Der Papa war der Größte und man konnte sich nichts anderes vorstellen, als bei Papa auf dem Schoß zu sitzen oder ihn mit Mama von der Arbeit abzuholen.
Die längsten Abschiede währten grade mal einen Tag und dann sah man sich wieder und die größten Probleme waren, dass das Lieblingskuscheltier verschwunden war, man zu früh ins Bett musste oder ein Gewitter am Abend aufzog.
Alles entwickelte sich so, wie es sich entwickeln sollte, bis man heute am Schreibtisch sitzt und sein Abitur vorbereitet.
All deine Sorgen von früher, dass Papa für einen ganzen Tag arbeiten muss oder der große Bruder mal keine Zeit hat sind wie ausgelöscht. Sie sind vollkommen unwichtig geworden, da man ihnen keine große Aufmerksamkeit mehr schenkt. Man hat verstanden, dass es andere wichtigere Dinge im Leben gibt. Denn das eigene Leben hat sich im Laufe der Zeit so entwickelt, dass kaum Zeit für Dinge von früher bleibt bzw. andere Dinge wichtiger geworden sind. Die Schule und die weitere Laufbahn rücken ins Zentrum des Lebens. Zu vielen früheren Freunden hat man meist keinen Kontakt mehr und neue Freunde bereichern das jetzige Leben. Freundschaft bekommt einen viel höheren Stellenwert und auch die Liebe schleicht sich plötzlich in das Leben ein. Man weiß nichts mehr und ist nur noch verzaubert und glücklich. Es nimmt ein anderer Mann die Position ein, die früher dem Papa gehört hat, ohne den Vater zu verdrängen. Man hat Jemanden, bei dem man sich sicher und geborgen fühlen kann, mit dem alles einfach nur wunderschön und leicht ist.
All diese Jahre verändern deine Person und das Umfeld so stark, dass du dir manchmal wünschst, du wärst wieder ein Kind.
Als Kind konntest du gar nicht schnell genug erwachsen und unabhängig werden, doch jetzt, wo es soweit ist, wünschst du dir die Einfachheit des Kindes, das du mal warst zurück.
(2011)

19.12.2013
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