In Worte gefasste Gedanken Mareike Wichmann

In Worte gefasste Gedanken

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Die Maske auf dem Nachtschrank

Dieser Text soll von einer gezielt ausgewählten Frage geprägt sein. Wann ist man in der heutigen Welt stark?

Eine Frage, über die es sich lohnt, sich länger als nur fünf Minuten Gedanken zu machen. Viele setzen heutzutage bereits unbewusst ihre tägliche Maske auf und verfolgen ihre Tätigkeiten über den gesamten Tag. Erst wenn sie abends wieder zu Bett gehen, legen sie ihre Maske auf den Nachtschrank und umhüllen sich mit der Decke, unsichtbar für die Welt da draußen vor der Tür, vor dem Haus. Ganz versteckt in ihrer Welt, wo sie ganz sie selbst sein können. Wo sie sich nicht selbst zwingen, die Maske aufzusetzen, um für andere stark zu wirken. Nach vielen vielen Jahren passiert es bereits ganz automatisch. Es wird kein Zwang mehr verspürt. Das Aufsetzen der Maske ist bereits zu einem existenziellen Teil des Lebens geworden. Die Maske hat sich über all die Jahre geformt, ebenso wie das Gesicht. Sie wachsen stetig enger zusammen, sie passen fast nahtlos zusammen. Doch wieso brauchen wir heutzutage eine Maske, um stark zu wirken? Um nicht zerbrechlich zu erscheinen? Wirke ich denn ohne Maske zerbrechlich? Das kann mir keiner sagen, denn Niemand sieht mich ohne Maske. Das kann also nicht die Lösung der Fragestellung sein. Geprägt von der Vergangenheit hat sich die Maske ganz unauffällig geformt. Negative Ergebnisse bleiben schließlich länger im Gedächtnis als die Positiven. Offensichtlich beeinflussen sie dich viel stärker, als du zu glauben versuchst. Lauthalses überspielen der eigenen Unsicherheit, der eigenen Schwäche. Doch wer sagt überhaupt, dass ich schwach und unsicher bin? Die Mitmenschen? - wohl eher ich selbst. Die Degradierung der eigenen Person, Stärken und Eigenschaften stellen das größte Problem dar. Wünsche gehen nicht in Erfüllung. Ziele die so nahe gekommen sind, verschwimmen wieder mit den Wellen im Ozean der Träume. Die Hoffnung verebbt und die Träume scheinen unerreichbar, als könnten sie sich nie wieder zu Zielen verwandeln. Doch der Verlust dieser Ziele ist niederschmetternd. Was ist zutun? Auch mit Schwimmflügeln ist der Ozean nur schwer zu durchschwimmen. Viele Hindernisse lassen zögern, bis man schlussendlich zu der Einsicht gelangt, es sei besser die Ziele abzuschreiben. Damit zu leben. Die Maske bekommt eine neue Schicht, neue Farben und Formen, bis die Stärke wieder erkennbar wird. Bis glaubwürdig vermittelt werden kann, dass man dem Ziel keine große Bedeutung mehr beimisst. Wieso auch, war ja schließlich nicht gravierend. Der Eindruck wird vermittelt, dass der nächste Traum, das nächste Ziel zurecht gebastelt werden kann. Am Ozean würde die Umorientierung nicht schwerfallen, es sieht doch alles gleich blau aus, wenn die Sonne ihr Licht darauffallen lässt. Diese neue Ebene der Maske offenbart Stärke. Kleinkriegen? Niemals. Doch was geschieht abends, wenn die Maske ihren allabendllichen Platz auf dem Nachtschränkchen einnimmt? Wut, Traurigkeit und Fragen über Fragen verhindern das Einschlafen und begleiten die Nacht.

Irgendetwas läuft doch falsch. Und noch einmal die Frage, wann ist man in der heutigen Welt stark? Nur weil Jeder eine Maske trägt? Niemand achtet auf Feinheiten, Veränderungen und Wünsche, denn Jedermann scheint in der eigenen Welt leben und die Augen vor allem Anderen verschließen zu wollen. Auch dadurch erweckt man den Eindruck, stark zu sein. Niemand anderen zu brauchen.. Doch soll es das gewesen sein? Jeder sieht nur sich und seine eigene Welt? Offenbar. Doch dann bräuchte man doch eigentlich keine Maske mehr. Man könne auftreten, wie man im Grunde, tief im Innern ist. Man müsse nicht mehr auf Teufel komm raus stark wirken - auf Alles und Jeden. Jeder würde sich nur um sich kümmern und Niemand anderen beurteilen.

17.03.2015
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