Zauberschule Natalie Baldin

Zauberschule

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die Frau am See

Es gibt diese Tage, an denen man einfach mal allein sein muss. Nur Du, ein gutes Buch und eventuell eine Zigarette. Genau so ein Tag war das. Ich, allein, ein gutes Buch und die eine oder andere Zigarette. Am See. In eine Decke gewickelt, denn es war kalt. Keine Sonne zu sehen. Wenn man sich an einem solchen Tag in den Arsch tritt und nicht zu hause bleibt, wie man es vielleicht am liebsten getan hätte, sondern an einen Ort geht, an dem Wunder geschehen könnten, -dies kann jeder beliebige Ort sein- dann kann man durchaus etwas ähnliches erleben, wie es mir passiert ist. Aber mal von Anfang an;
Ich bin also am See, bin traurig, fühle mich leer, lese ein Buch über eine Person, die traurig ist und sich leer fühlt, -Die beste Vorraussetzung für einen gelungenen Abend- als da eine Frau über die Wiese gelaufen kommt. Entweder nimmt sie mich nicht wahr oder sie hat einfach beschlossen mich nicht zu beachten, jedenfalls läuft sie einfach an mir vorbei, zieht ihre Sachen aus und geht gradewegs in den See. Ohne auch nur einen Laut von sich zu geben, taucht sie einfach ab. Sie hat ganz weiße Haut und eine Glatze, irgendwie sieht sie krank aus… Da sie nicht wieder auftaucht, verliere ich das Interesse und lese weiter. Irgendwann tauche ich erneut aus meinem Buch auf und schaue mich um. Keine Frau im See, zumindest nicht an der Oberfläche. -Dazu musst Du wissen, dass ich von meinem Platz aus alles sehr gut überblicken kann- Ihre Kleidung liegt auch noch an der selben Stelle. Nur ein einzelner Schwan treibt auf dem See. Die Wolkendecke bricht auf und der Himmel dahinter ist rot von der untergehenden Sonne.

01.01.2014
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