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Blog von Stephan MüllerWohnt in Wetzlar (Hessen)myZitate-Profil: stephanfacebook.com/snmueller89
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Unbekannt.

Ein Mädchen hat mich mal gefragt, wann ich zum letzten Mal geweint habe. Daraufhin hatte ich sie angelächelt. "Keine Ahnung" sagte ich, "ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr geweint". Die letzten Jahre war ich auf der Sonnenseite des Lebens gewandert. War frei gewesen und hatte niemanden in meine Nähe gelassen. Ungläubig sah sie mich an. "Ich habe letzte Woche geweint", sagte sie. "Es ging mir so schlecht, dass ich an fremden Türen geklopft habe, um jemanden zum Reden zu finden". Ich wollte sie trösten, doch ich wusste nicht wie. Im Gegensatz zu ihr hatte ich schon immer alles Negative in mich hinein gefressen, hatte es geschluckt und weiter gemacht, bis zu dem Punkt, an dem ich nichts mehr spürte. Gar nichts mehr. Ihr Blick war gesenkt. Ich konnte spüren, dass sie unfassbar viel gelitten hatte. Sie war aufgewühlt und versuchte sich mit einer Strähne ihres hellblonden Haares abzulenken. Mein Schweigen schien sie als Desinteresse zu deuten. War es so? Diese offene Art mit ihrem Schmerz umzugehen war befremdlich für mich. Nach einiger Zeit des Schweigens, zeigte sie wieder ihre fröhliche Seite. "Ich mag es dich zu ärgern", sagte sie, während sie frech grinsend mit ihrem Zeigefinger zwischen meinen Rippen herumbohrte. Eine Fassade war gefallen und errichtet worden, nur über die Reihenfolge war ich mir nicht im Klaren.

Während ich noch in Gedanken vertieft bin, verschwindet der stechende Finger zwischen meinen Rippen. Das Mädchen springt auf und rennt so schnell sie nur kann fort. Als ich es bemerke, will ich ihr noch hinterherlaufen. Sie rufen. Sie bitten zu bleiben. Doch als ich aufstehe und ihr hinterher sehe, entscheide ich mich dazu, es nicht zu versuchen. Traurig setze ich mich wieder. Wieso hat sie das getan? "Heute", denke ich mir niedergeschlagen. "Heute habe ich wieder einen Grund zum Weinen". Doch die Tränen kommen nicht.

21.08.2015

Girl.

Girl. I still see the smile on your face
You're so near by me, yet so far away
World keeps moving, but my heart wants to stop
Turning more and more numb to all the feelings I got

10.04.2013

Ehrgeiz.

Ich glaube im Endeffekt ist Ehrgeiz nichts anderes als das Produkt unserer Träume. Je stärker unsere Träume sind, desto größer ist der Ehrgeiz sie eines Tages zu verwirklichen. Es gibt viele verschiedene Formen von Ehrgeiz, sie alle unterscheiden sich vor allem darin, was man erreichen möchte und was man bereit ist dafür zu tun: Sei es unerbittliches Training für den Sport, stumpfes Buckeln für die nächste Beförderung oder Disziplin beim Loswerden von Übergewicht.

Ehrgeiz kann ein Fluch und ein Segen sein:
Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt wird schnell feststellen, dass übermäßiger Ehrgeiz zur Falle werden und einen völlig vom richtigen Weg abringen kann. Sich ständig verbessern zu wollen, bedeutet immer auch ein bisschen unzufrieden mit sich zu sein. Und hier beginnt der Teufelskreis. Denn wenn man anfängt sich für das zu kritisieren was man ist, beginnt man sich selbst zu definieren durch die Ziele die man erreicht. Doch ist es das was uns schlussendlich glücklich macht? Die Gier nach mehr Erfolg oder Geld ist unersättlich und wird an der eigenen Unzufriedenheit auf Dauer nichts ändern. Irgendwann wird man feststellen, dass man sein Leben lang das Ende des Regenbogens gesucht hat. Den Weg zu seinen Zielen zu genießen, ohne sich von deren Erfüllung abhängig zu machen, ist dagegen definitiv ein Segen.
Auf der anderen Seite führt uns natürlich auch mangelnder Ehrgeiz nicht zum Glück. Wer es mit seinem Ehrgeiz vereinbaren kann, sich 20 Stunden pro Woche dem Niveauverfall im deutschen Fernsehen hinzugeben, der kann sich eigentlich auch gleich die Kugel geben. In einer Welt zwischen Asi-TV und Facebook ist kein Platz für Ehrgeiz und Motivation, dafür umso mehr für Dummheit und Selbstmitleid. Sie bieten einem eine endlose Folge von Ausreden, um lieber vor sich hin zu vegetieren, statt zu leben. Auch hier gilt, je tiefer man in den Teufelskreis aus Motivationslosigkeit hinein gerät, desto unzufriedener wird man mit sich selbst. Was bringt ein Traum, den man sein Leben lang mit sich herumträgt, wenn man nie etwas dafür getan hat ihn zu wahr werden zu lassen? Was ist schon ein unverwirklichtes Lebensziel, verglichen mit dem Fluch, nie für seine Verwirklichung gekämpft zu haben?

Wir leben in einer Welt, in der man rein gar nichts mehr für sein eigenes Überleben tun muss. Die Frage ist nur, ob man die Freiheiten, die unsere Gesellschaft uns bietet, nutzt, um etwas zu bewegen, oder zu einem willenlosen Wesen verkommt, dessen einziger Zweck es ist, zu konsumieren, was ihm vorgesetzt wird.

06.02.2013

Glaube.

Der Glaube ist wie ein Baum. Er kann nicht sofort entstehen, doch wenn er einmal da ist, gibt er seiner Umgebung Halt. Wie ein Baum aus einem winzigen Samen, muss auch der Glaube erst durch einen Gedanken entstehen und zum Wachsen gebracht werden. Jeder trägt diesen Samen in sich, doch nur ein Teil davon beginnt zu wachsen.

Wie der Glaube wächst auch ein Baum anfangs unter der Oberfläche und beginnt Wurzeln in den Boden zu schlagen, bevor er nach außen hin sprießt. Ist er einmal gewachsen beginnt er Früchte zu tragen durch die neue Samen und dadurch neue Bäume entstehen. Ein junger Baum ist sehr verletzlich und kann leicht durch äußere Einflüsse beschädigt oder zerstört werden, doch mit der Zeit wird die Rinde dicker und der Baum widerstandsfähiger. So lange seine Wurzeln unbeschadet bleiben kann er großem Leid widerstehen und sich davon erholen. Jede Pflanze braucht Zuwendung, sonst verkümmert sie. Ohne Sonne, Wasser und Luft ist noch kein starker Stamm gewachsen.

Die meisten Bäume wachsen im Wald, genauso wie der Glaube der am besten in der Gemeinschaft gedeiht. Wie oft sieht man schon einen einzelnen Baum? Es kommt vor dass der Wind einen Samen fortträgt, welcher fernab vom Wald auf fruchtbaren Boden stößt. Doch wenn er die Kraft dazu hat, alleine zu bestehen, wird dieser Baum mit der Zeit nicht alleine bleiben. Schließlich hat jeder Wald mit einem einzigen Baum, einem einzigen Samen angefangen.

23.01.2013

Veränderung.

Veränderung tut oft weh. Besonders schmerzhaft ist sie dann, wenn wir selbst nicht die Kontrolle darüber haben, ob und wie wir uns verändern. Denn obwohl Veränderung die einzige Konstante im Leben ist, können wir uns doch niemals an sie gewöhnen.

Auch unser Umfeld, unsere Freunde, Familien und Beziehungen unterliegen dieser Konstante. Freundschaften brechen auseinander. Familien streiten sich. Beziehungen enden unter Tränen. Doch statt aus Vergangenem zu lernen und unsere Zukunft besser zu gestalten, trauern wir der Vergangenheit hinterher und wünschen uns, alles wäre so wie früher. Warum ist das so? Warum erinnern wir uns vor allem an die guten Dinge die uns im Leben passiert sind, sehen rückblickend auch schlechte Erfahrungen besser an als sie waren und vergessen alles andere?... insbesondere die Tatsache, dass wir weder die Vergangenheit wieder haben, noch die Veränderung aufhalten können. Irgendwann einmal im Leben sehen wir uns damit konfrontiert, dass wir die Vergangenheit der Gegenwart vorziehen und uns lieber an Geschehenes zurück erinnern, als neue Erinnerungen zu schaffen. Das sind dann die Momente, in denen wir vor dem Spiegel stehen und uns fragen, wer zur Hölle uns da eigentlich entgegen blickt.

Stecken wir in einem solchen Zustand fest, wird es dringend Zeit uns klar zu machen, dass es keine Situationen ohne Ausweg gibt. In jeder einzelnen Sekunde haben wir die Möglichkeit, unsere Ketten abzuwerfen, das Richtige zu tun und uns so zu verändern, wie wir es uns wünschen. Alles was wir dafür brauchen ist ein wenig Ehrgeiz und die Erkenntnis, dass im Leben nur denjenigen geholfen wird, die sich selbst helfen.

20.01.2013

Liebe.

Die Liebe ist wie ein Fluss. Irgendwann entspringt sie einer neuen Quelle und fängt an zu sprudeln. Von diesem Moment an ist sie nicht mehr zu stoppen.

Selbst wenn ihr etwas im Weg steht, kann sie ihre Richtung ändern und ist dadurch immer in Bewegung. Sind ihr Hindernisse im Weg, die sie nicht einfach umgehen kann, fängt sie an sich zu stauen, wodurch sie früher oder später stärker wird als jedes Hinderniss und es einfach mit sich reißt. Manchmal trennt sich ein Fluss und fließt in zwei Richtungen weiter, doch sehr früh wird einer der beiden Zweige versiegen und alles Wasser im selben Flussbett fließen. Das Flussbett kann mal schmaler oder breiter, tiefer oder flacher sein - es fließt doch immer der selbe Fluss in ihm. Im Frühling, wenn es wärmer wird, fließt mehr Wasser einen Fluss hinab als zu anderen Jahreszeiten. Manchmal können zwei Flüsse auch ineinander fließen und so zu einer umso stärkeren Strömung werden.

Doch völlig egal welchen Weg ein Fluss genommen hat und wie oft er aufgehalten wurde, eines haben Flüsse immer gemeinsam; irgendwann einmal münden sie direkt ins Meer, von wo aus das Wasser wieder verdunstet und zu neuen Flüssen wird...

15.01.2013

Girl.

Girl, should you ever feel blue.
Believe your heart, it's always true.
Accept them tears, cause they are too.
Trust those you love, they're just like you.

11.09.2012

Alkohol.

Es ist schon komisch, dass der Mensch nach Millionen von Jahren, in denen ihm die Evolution (jedenfalls in den meisten Fällen...) einen gehörigen Zuwachs an Gehirnmasse eingebracht hat, auf keine besseren Ideen kommt, als eben jene in regelmäßigen Abständen so effektiv wie möglich auszuschalten.

Belastet es uns zu Denken? Eigentlich kann das nicht die Erklärung sein, denn auch (oder gerade eben...) die Individuen unter uns, die dieser Tätigkeit nur sporadisch nachgehen, sind häufig am besten mit dem Alkohol befreundet. Ursache oder Wirkung?

Im verkaterten Zustand tun sich manchmal die interessantesten Fragen auf...

08.09.2012

Schreiben.

Am schönsten ist Schreiben dann, wenn man nicht darüber nachdenkt was man schreibt. Ganz genauso entsteht gerade auch dieser Text. Man setzt sich vor ein leeres Blatt und ist genauso gespannt, was darauf stehen wird, wie das Papier.

Das Schreiben an sich passiert wie von selbst. Oft ist es so viel einfacher, sein Innerstes mit geschriebenen Worten auszudrücken, als mit gesprochenen. Anstatt meines Mundes, wird meine Hand zum Kanal für all das was ich denke, fühle, sagen will. Der Stift ersetzt meine Stimme, gibt mir die Zeit jedes Wort mit Bedacht zu wählen und die Gewissheit, das meine Worte nur da ankommen wo ich es mir wünsche. Das Blatt schließlich ersetzt meinen Gegenüber, es hört mir zu, egal was ich ihm erzähle, vergisst keines meiner Worte und erzählt meine Gedanken nur weiter, wem ich selbst sie zu erzählen bereit bin.

05.09.2012
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