Buchzitate aus Die Stadt der träumenden Bücher

Buchzitate
Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

'Es gibt einen Ort im Universum, an dem sich alle großen künstlerischen Ideen bündeln, sich aneinander reiben und neue erzeugen' sagte er jetzt mit leiser Stimme.
'Die kreative Dichte dieses Ortes muß enorm sein - ein unsichtbarer Planet mit Meeren aus Musik, mit Flüssen aus purer Inspiration und mit Vulkanen, die Gedanken speien, umzuckt von Geistesblitzen.'

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Dabei sah ich sie. DIE WEIßE FLEDERMAUS! Natürlich war es nicht die tote Kreatur aus meinem Zimmer, aber ich bin davon überzeugt, dass es wenigstens eine nahe Verwandte, ein Bruder oder eine Schwester von ihr war, die von ihr den Befehl aus dem Jenseits erhalten hatte mich in noch größere Schwierigkeiten zu bringen.

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Es klang so, als versuchten im Nachbarzimmer eine Horde Yetis mit den Möbeln zu musizieren.

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher - 235

Jeder Buchling nimmt irgendwann den Charakter des Dichters an, den er auswendig lernt, das ist unvermeidlich. Das ist unser Schicksal. Von Natur aus sind wir leere Blätter, die beschrieben werden wollen, ohne eigene Persönlichkeit. Und dann nehmen wir immer mehr die Eigenschaften unserers Dichters an, bis wir komplexe Individuen geworden sind.

Bücher, Charakter
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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

In tiefen, kalten, hohlen Räumen
Wo Schatten sich mit Schatten paaren
Wo alte Bücher Träume träumen
Von Zeiten als sie Bäume waren
Wo Kohle Diamant gebiert
Man weder Licht noch Gnade kennt
Dort ist's, wo jener Geist regiert
Den man den Schattenkönig nennt.

Bücher
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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Bei einem Dichter klauen ist Diebstahl, bei vielen Dichtern klauen ist Recherche.

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher - 277

Lesen ist eine intelligente Methode, sich selber das Denken zu ersparen. [...]Schreiben ist der verzweifelte Versuch, der Einsamkeit etwas Würde abzuringen - und etwas Geld!

Schreiben, Lesen
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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Da seine Eltern und Spielkameraden seine Schreiberei belächelten, fühlte er sich unverstanden und wandte sich in seinen Schriften an ein Publikum aus Geistern. Für diese Geister schneiderte, formte, baute, malte und erträumte er eine Welt, in der jedes Wort, jedes Gefühl, jede Kreatur, jedes Ereignis, jeder Buchstabe und jeder Zufall am richtigen Platz standen. Und wenn sie einmal fertig gebaut wäre, diese Welt, fertig geschrieben und von Schreibfehlern und Stilbüten gereinigt, dann würde es schon kommen, sein Publikum, und sie mit ihm bewohnen. Eine Geisterwelt würde es sein, gebaut von einem Geist und bewohnt von vielen anderen Geistern.

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Er konnte keine jagenden Wolken betrachten, ohne in ihnen die epische Geschichte eines Wolkenvolkes zu sehen. Kein rasendes Wasser ohne durchsichtige Märchengestalten darin. Keine Wiese, ohne dass ihm nicht gleich die Saga eines Geschlechtes von Grashalmen eingefallen wäre. Insekten umschwirrten ihn und erzählten ihm ihre kleinen Schicksale.

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

'Mit welcher Hand schreibst du?' fragte er.
'Mit der rechten.'
'Und dabei ist noch nichts herausgekommen, das du für veröffentlichungswürdig hältst?'
'Nicht wirklich.'
'Dann schreibst du mit der falschen Hand.'
'Was?'
'Der poetische Fluß vom Gehirn wird fehlgeleitet. Deine rechte ist nicht deine Schreibhand. Du musst mit der linken schreiben.'
'Aber das kann ich nicht. Ich habe mit rechts schreiben gelernt.'
'Dann musst du es neu lernen.'
'Muss ich das wirklich?'
'Wenn du nicht mit der richtigen Schreibhand dichtest, dann wird das nie was. Es ist so, als würdest du mit den Füßen schreiben.'

Ich ächzte. Das fing ja gut an. Ich musste erst mal schreiben lernen, um schreiben zu lernen.

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Ist es nicht absurd, dass einem die Erinnerung an gute Zeiten viel eher die Tränen in die Augen treibt als die an schlechte?

Erinnerung, Vergangenheit
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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Und so, wie mich damals das Geschnurre der Buchlinge in den Schlaf gewogen hatte, war es nun das Jammern von Untoten, das Gekicher von Haselhexen und das Gekreisch von Sirenengespenstern, das mich bald sanft entschlummern ließ. Haarige Hände liefen über den Fußboden und durchsichtige Fledermäuse umflatterten meinen Kopf, aber es war mir herzlich egal. Inmitten von all diesem eingebildeten Irrsin fiel ich in tiefen Schlaf.

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Dann riß ich mich wieder zusammen, auch weil eine einsam lachende Person etwas Verzweifeltes an sich hat.

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Schreib nie einen Roman aus der Perspektive einer Türklinke!

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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.

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Ein Schluck Wasser und eine Handvoll geräucherter Insekten hatten genügt, um aus einem hoffnungslosen Wrack einen gutgelaunten Optimisten zu machen. Es ist nicht das Gehirn, das unser Bewußtsein bestimmt. Es ist der Magen.

Essen
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Buchzitat von Walter Moers aus Die Stadt der träumenden Bücher

'Sie gehören tatsächlich zu denjenigen Träumern, die glauben, alle Antworten stünden in Büchern, nicht wahr? Aber Bücher sind nicht grundsätzlich hilfreich und gut. Sie können sogar ausgesprochen bösartig sein. Haben Sie jemals etwas von den Gefährlichen Büchern gehört? Manche von ihnen töten schon durch die kleinste Berührung.'
Dann wurde mir schwarz vor Augen.

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'Eins noch Junge, was du dir merken musst: Es kommt nicht darauf an, wie eine Geschichte anfängt. Auch nicht darauf wie sie aufhört. Sondern auf das, was dazwischen passiert.'

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Die Neugier ist die mächtigste Antriebskraft im Universum, weil sie die beiden größten Bremskräfte im Universum überwinden kann: die Vernunft und die Angst.

Angst, Vernunft, Neugier
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