Von euphorischer Melancholie Belén Haefely

Von euphorischer Melancholie

Blog von Belén HaefelyWohnt in Rothrist (Schweiz)myZitate-Profil: SerenaRSS-Feed abonnieren

Stärke.

Wir alle kennen sie. Sie ist allgegenwärtig, steht neben dir im Zug, schaut zur selben Zeit aus dem Fenster wie du, sieht diese eine Werbung im Fernsehen und denkt sich dabei vielleicht genau dasselbe wie du. Sie begegnet uns, jeden Tag, getarnt mit dem Schleier der Unsicherheit, der Furcht, der Härte oder der Freude. Wie können wir glauben, etwas zu besitzen, dass so vielfältig, so undefinierbar und so vergänglich ist? Wie glauben etwas zu sehen, was so unsichtbar ist? Etwas, das so tief aus uns zu kommen scheint und sich doch an so alltäglichen Dingen misst.
So viele hat sie zum Leben erweckt, doch genau so viele sind an auf Grund ihrer gestorben. Jeder hat einen gewissen Punkt, bei dem diese Sicherheit verfliegt, bei dem wir dastehen, allein, ein Kind im Regen, bewaffnet mit Schwert und Schild, die beide noch viel zu schwer sind, um sie zu heben, zu benutzen. Wir wissen es gibt sie, irgendwo in uns wartet sie, lässt sich Zeit für ihren Auftritt. Denn auch wenn wir es manchmal besser zu wissen scheinen, sie weiss genau wann sie kommen muss und wann nicht. Wir zerbrechen uns alles nur Zerbrechliche um herauszufinden, wie man dieses wilde Tier in uns, dass so schützend aber auch so verletzend sein kann, bändigen können.
Es gibt seltene Momente, da ist sie sichtbar. In Augen, in Entscheidungen, in Schritten, in Rückschritten, in Tränen, in Lachen. In Wirklichkeit können wir uns glücklich schätzen, dass wir uns nicht darum kümmern müssen, wann sie zu erscheinen hat. Wir wären masslos überfordert. Manchmal, wenn man still ist, kann man sie hören, sie fühlen. Wie sie bei einem ist, egal ob nun bewusst oder unbewusst. Sie ist ein stiller Begleiter, die Hand die uns hilft, das Schwert zu halten und die uns sagt, wann es zum Einsatz gebracht werden muss. Ein pulsierendes Gefühl, beinahe wie ein zweiter Herzschlag, der uns genau so am Leben hält, jedoch nicht mit Blut sondern mit Zuversicht unseren Körper durchströmt. Solange, bis wir wieder lächeln. Solange, bis die erste Träne fliesst, während wir lächeln. Solange, bis wir uns, auch wenn nur für einen Bruchteil einer Sekunde, der lange genug ist, um das zu tun, was aus irgendeinem Grund richtig sein wird, stark sind.

19.01.2014
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